Lesementor Landkreis Bamberg stellt sich für die Zukunft auf

Mit einem neu aufgestellten Vorstand und viel Rückenwind für die ehrenamtliche Leseförderung geht der Verein „MENTOR – Die Leselernhelfer Landkreis Bamberg e.V.“ in die kommenden Jahre. Bei der siebten Mitgliederversammlung im Bauernmuseum Frensdorf wurden mehrere Vorstandsämter neu besetzt und langjährige Wegbegleiter verabschiedet. Zugleich konnte der Verein eine positive Bilanz seiner Arbeit ziehen: Aktuell zählt er 203 Mitglieder, rund 150 Kinder werden an 29 Schulen im Landkreis individuell beim Lesen unterstützt.

Generationswechsel im Vereinsvorstand

Eine wichtige Veränderung an der Vereinsspitze hatte sich bereits im Mai vollzogen: Mit seinem Amtsantritt als Landrat übernahm Johannes Maciejonczyk satzungsgemäß den Vereinsvorsitz. Bei der Mitgliederversammlung wurde nun auch der übrige Vorstand für die kommenden drei Jahre gewählt.

Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Mitglieder einstimmig Dr. Christian Lorenz, Leiter des Bildungsbüros im Landratsamt Bamberg, der den Verein bereits seit seiner Gründung als Schatzmeister begleitet. Dieses Amt übernimmt künftig Sonja Herzog aus Strullendorf, die selbst seit 2023 als Lesementorin aktiv ist. Als Schriftführerin wurde Dr. Ingrid Stöhr im Amt bestätigt.

Auch der erweiterte Vorstand wurde neu zusammengesetzt. Ihm gehören künftig Christine Schramm aus Memmelsdorf, Karin Häbel aus Hirschaid, Verena Thamm aus Strullendorf sowie die Schulrätin Cornelia Genslein und Hirschaids Bürgermeister Stefan Endres an. Sie unterstützen insbesondere die Vernetzung und Koordination der Leseförderung vor Ort und gestalten die weitere Entwicklung des Vereins mit.

Dank an engagierte Gründungsmitglieder

Mit den Neuwahlen verabschiedeten sich zugleich mehrere Mitglieder der ersten Stunde aus dem Vorstand. Allen voran Klaus Homann, der als bisheriger stellvertretender Vorsitzender die Gründung und Entwicklung des Vereins maßgeblich mitgestaltet hatte. Als Lesementor in Hirschaid bleibt er dem Verein weiterhin verbunden und übernimmt künftig gemeinsam mit Nevfel Cumart die Kassenprüfung.

Nicht erneut kandidierten außerdem Brigitte Kaiser aus Hallstadt und Agnes Reitz aus Heiligenstadt. Beide hatten sich über viele Jahre nicht nur im Vorstand, sondern auch als örtliche Koordinatorinnen für die Leseförderung eingesetzt. Bereits im Februar hatte sich Robert Berberich aus Strullendorf aus dem erweiterten Vorstand zurückgezogen. Auch der langjährige Kassenprüfer Ernst Wilhelm gab sein Amt ab.

Landrat Johannes Maciejonczyk und Dr. Christian Lorenz würdigten das außerordentliche Engagement der ausscheidenden Mitglieder. Mit ihrem Einsatz hätten sie entscheidend dazu beigetragen, die Leseförderung im Landkreis aufzubauen und an zahlreichen Schulen fest zu verankern. Stellvertretend nahmen Klaus Homann und Brigitte Kaiser ein kleines Dankeschön entgegen.

Eine Stunde pro Woche, die viel bewirken kann

In seinem Tätigkeitsbericht verdeutlichte Dr. Lorenz die Entwicklung des Vereins, der 2020 auf Initiative des Landkreises gegründet wurde. Heute engagieren sich seine Mitglieder an 29 Schulen und begleiten rund 150 Kinder beim Lesen. Das bewährte Prinzip: Eine ehrenamtliche Lesementorin oder ein Lesementor trifft sich wöchentlich für eine Stunde mit einem Kind, um dessen Lesefähigkeit, Selbstvertrauen und Freude am Lesen zu stärken – individuell, mit Geduld und ohne Leistungsdruck.

Neben der Gewinnung weiterer Ehrenamtlicher möchte der Verein insbesondere die örtliche Koordination stärken, um die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Lesementorinnen und Lesementoren noch besser zu unterstützen. Auch Fortbildungsangebote und besondere Projekte wie Schreibwerkstätten mit dem Schriftsteller Nevfel Cumart tragen zur Weiterentwicklung der Leseförderung bei.

Mit einem neuen Erscheinungsbild und der Bezeichnung „Lesementor Landkreis Bamberg“ macht der Verein zudem seine Zugehörigkeit zum bundesweiten MENTOR-Netzwerk künftig noch deutlicher sichtbar.

Individuelle Herausforderungen besser verstehen

Wie wichtig es ist, jedes Kind mit seinen individuellen Stärken und Herausforderungen wahrzunehmen, zeigte bereits der Workshop im Vorfeld der Mitgliederversammlung. Schulpsychologin Elena Zimmer beschäftigte sich unter dem Titel „Agiler Umgang mit individuellen Herausforderungen bei jungen Lesenden: Möglichkeiten und Grenzen der Begleitung“ mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Bedürfnissen von Kindern.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie ehrenamtliche Lesementorinnen und Lesementoren auf besondere Herausforderungen beim Lesen eingehen können, ohne dabei ihre eigenen Möglichkeiten und Grenzen aus dem Blick zu verlieren. Die Fortbildung unterstrich damit einen Grundgedanken der MENTOR-Arbeit: Erfolgreiche Leseförderung braucht nicht nur geeignete Methoden, sondern vor allem Zeit, Vertrauen und ein offenes Ohr für jedes einzelne Kind.

Mit dem neu gewählten Vorstand, einer breiten ehrenamtlichen Basis und der engen Zusammenarbeit mit Schulen und Gemeinden sieht sich der Verein gut aufgestellt, um auch künftig möglichst vielen Kindern im Landkreis Bamberg bessere Bildungschancen zu eröffnen.

Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt.